2011048 – Steckbriefe Januar 2012 - 15 – empirica

Karlstraßenquartier Göppingen

ECKDATEN
Stadt / Quartier
Göppingen (57.000 Einwohner) - Karlstraßenquartier
Bundesland Baden-Württemberg
Projektträger Haus- Wohnungs- und Grundeigentümerverein Göppingen und Umgebung e.V.
Projektpartner Stadt Göppingen, Institut für Angewandte Forschung der Hochschule Nürtingen–Geislingen
Quartierstyp Innenstadt, Wohngebiet mit vereinzelter Mischnutzung
Fördergebiet nein



Ausgangssituation

Das Karlstraßenquartier ist ein ehemaliges Vorstadtgebiet mit teilweise historischer Bausubstanz (Gerber-und Handwerkerhäuser) und liegt am süd-östlichen Rand der Innenstadt Göppingens. Die Baustruktur und die Nutzungen im Quartier sind sehr heterogen. Viele Mieter als auch Immobilieneigentümer im Quartier sind Ausländer oder haben einen Migrationshintergrund. Es ist eine Imageverschlechterung und eine sich anbahnende Stigmatisierung des Quartiers festzustellen.


Im Karlstraßenquartier sind einige Baulücken, teilweise an städtebaulich markanten Punkten, vorhanden. Leer stehende Gebäude bzw. Wohnungen oder Gewerbeeinheiten zeigen Handlungsbedarf auf. Des Weiteren befindet sich eine Reihe von Gebäuden in einem baulich sehr schlechten Zustand. Während überwiegend die Wohnnutzung dominiert, sind in Teilbereichen auch kleine Handwerksbetriebe und Dienstleistungsunternehmen angesiedelt. Häufig handelt es sich um Gewerbetreibende mit Immobilienbesitz.


Weitere Potentiale dieses innerstädtischen Quartiers sind eine fußläufige Nähe zur City und zwei Grün und Freiflächenachsen mit Alleecharakter und Spielplätzen.



Ziele

Haus & Grund Göppingen und die Stadt Göppingen möchten als Partner in einem kooperativen Kommunikations- und Gestaltungsprozess dazu beitragen, die Aktivitäten privater Akteure im Karlstraßenquartier in Göppingen zu stimulieren und zu koordinieren und die Kooperation zwischen den Bewohnern, Immobilieneigentümern und der Stadtverwaltung zu stärken.


Ein niedrigschwelliges, koordiniertes Beratungsangebot vor Ort soll eine positive Entwicklung des Quartiers hinsichtlich Aufwertung und Modernisierung zur Schaffung von Wohnqualität bzw. dem Neubau von Gebäuden befördern. Gleichzeitig soll eine Förderung der Bildung selbst genutzten Eigentums eine bessere Integration von Migranten und deren langfristiges Engagement für ihre Immobilien und das Quartier erreichen. Des Weiteren soll die Situation für Gewerbetreibende und Handwerker, die häufig Eigentümer von Immobilien im Quartier sind, verbessert werden und bestehende Betriebe im Quartier gehalten werden.


In Zusammenarbeit mit Immobilieneigentümern und Stadtteilmultiplikatoren soll eine Stadtteilkultur gefördert und Wohnumfeld und öffentlicher Raum gestaltet werden. Das Zusammenspiel aller Maßnahmen hat zum Ziel, die soziale und wirtschaftliche Balance im Quartier zu sichern und das Zusammenleben zu stärken.



Vorgehensweise / Maßnahmen

Nach Aufbau der Arbeitsstrukturen wird als erster Schritt eine Analyse und Bewertung der Ausgangssituation im Quartier vorgenommen. Hierzu werden eine Vor-Ort-Begehung und Gespräche mit Schlüsselpersonen durchgeführt und relevante Informationen zusammengetragen. Auf dieser Basis wird ein programmatisches Entwicklungskonzept für die Weiterentwicklung des Quartiers erarbeitet.


Die Aktivierung der Immobilieneigentümer erfolgt über eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit, die Ansprache von Multiplikatoren im Quartier, die Einrichtung von Beteiligungsmöglichkeiten (Arbeitskreise, Stammtisch, Frauen-Nachmittage etc.), eine größere Auftaktveranstaltung sowie die Durchführung eines Straßenfestes und mehrerer Stadtteilspaziergänge. Bei Interesse können die Eigentümer und Gewerbetreibende eine kostenlose Erstberatung vor Ort zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten bzgl. Bau- und Modernisierungsmaßnahmen, energetischer Sanierung, Betriebsentwicklung etc. in Anspruch nehmen. Daneben soll es auch eine aufsuchende Beratung zu Gestaltungsfragen, eine Initiative "Kauf statt Miete" sowie eine aktive Ansprache der Eigentümer von Baulücken, Schrottimmobilien und untergenutzten Grundstücken geben. Für Gewerbetreibende, die ebenfalls häufig Immobilieneigentümer sind, wird ein spezieller Arbeitskreis eingerichtet und Fachvorträge sowie Workshops organisiert.

 


Kooperationsstruktur

Für die Laufzeit des Modellvorhabens wird eine Projektgruppe, bestehend aus Mitgliedern von Haus & Grund Göppingen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung Göppingen gegründet. Weitere wichtige Akteure können bei Bedarf zur Projektgruppe hinzugezogen werden. Die Projektgruppe trifft sich in regelmäßigen Abständen. Anstehende Aktivitäten, die Steuerung der Vergabe von Aufträgen und die Kommunikation der Ergebnisse werden in der Projektgruppe diskutiert und koordiniert.


Haus & Grund übernimmt die Federführung bei den Aufgaben Projektentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und Projektinformation, Aufbau eines AK Gewerbetreibender. Die Ansprache der Multiplikatoren und das Einrichten von Beteiligungsmöglichkeiten, die Auftaktveranstaltung und die Organisation des Straßenfest und Ansprache der Eigentümer von Baulücken und Schrottimmobilien wird gemeinsam mit der Stadtverwaltung durchgeführt.


Die Stadtverwaltung übernimmt die Federführung bei der Einbettung in die Stadtverwaltung, bei der Erstellung der Testentwürfe sowie bei der Durchführung der Stadtteilspaziergänge.


Das IAF der Hochschule Nürtingen übernimmt die Aufgaben der Prozessentwicklung und der fachlichen Begleitung des Modellvorhabens sowie die Berichterstattung. Die Analyse wird in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung durchgeführt.


Die Kreissparkasse trägt in enger Abstimmung mit Haus & Grund und der Stadtverwaltung die Federführung für das Beratungsangebot.


Weitere Beteiligte, wie die Kreishandwerkerschaft, Vereine und Schlüsselpersonen im Quartier, sollen in den Prozess der Quartiersentwicklung intensiv eingebunden werden. Haus- Wohnungs- und Grundeigentümerverein Göppingen und Umgebung e.V.